Samstag, 10. August 2013

Erste Tage im Wakhan: Anfahrt nach Sarhad


Am nächsten Morgen werden noch letzte Einkäufe in Ishkashim getätigt und von der Herberge ein bisschen Mehl und Salz erbeten. Zu Früh müssen wir nicht an der Grenze sein, da sie um 9:00 Dushanbezeit aufmachen soll, was 10:00 unserer eigenen Zeit ist. Auch in Afghanistan behalten wir die eigene Zeit bei, der Wakhan reicht ja bis auf die Länge von Murghab und so passen Sonnenauf- und Untergang deutlich besser. Afghanistan ist in dieser Hinsicht ein besonderes Land, es liegt in einer Zeitzone, die eine halbe Stunde gegen Dushanbe versetzt ist, wie wir später erfahren. Daher warten wir vor der Grenze noch eine halbe Stunde länger. Die erste Person an der Grenze ist vom Zoll, auch er muss auf die Soldaten warten. Wir erfahren, dass die Grenze ab übermorgen bis Sonntag geschlossen ist, da dann der Ramadan zu Ende ist. Wir sollten daher wohl auch davor alle Formalitäten in Ishkashim erledigen. Franz kommt dieweil zu Fuss an. erst als ein schlecht gelaunter Oberst auftaucht kommt Bewegung in die Sache und wir dürfen über die Brücke zur tajikischen Abfertigung. Dort werden erst einmal die Pässe kontrolliert. Bei Franz scheint es ein Problem zu geben, sein Visum hat nur eine Einreise. Das Problem löst sich schnell, es ist sein altes Visum. Beim Ausstempeln trifft es dann wieder einen von uns. Der schlecht gelaunte Oberst sucht nach einem Monierungsgrund und findet einen Einreisestempel, der angeblich auf der falschen Visumsseite gemacht wurde. Es darf bezweifelt werden, dass das wirklich ein Fehler ist, dennoch hilft alles diskutieren nichts. Erst 10 $ können diesen Fehler heilen. Zähneknirrschend zahlen wir das Geld. Auf der anderen Seite warten schon Touristen, welche nach Tajikistan einreisen wollen. Es sind Amerikaner, welche im kleinen Pamir einen 6000er machen wollten. Wahrscheinlich die Gruppe, welche mit dem Franzosen von Sargaz zurückgefahren war. Sie sind recht wortkarg und wollen wohl nur schnell über die Grenze. Immerhin erfahren wir, dass die Transporte fast 1000 $ gekostet haben. In der afghanischen Abfertigung hängen auch Preislisten zum Transport, welche ähnliche Dimensionen erwarten lassen, dafür sind die Preise für Tragetiere recht niedrig.  Bei den Afghanis geben wir unsere Pässe ab und unterhalten uns zunächst. Dabei ist auch ein ziemlich schmieriger Typ, welchen wir nicht für einen Offiziellen halten. Er stellt recht indiskrete Fragen und entpuppt sich nachher wohl als Zollbeamter, welcher unser ganzes Gepäck durchsucht. Als Radfahrer, bzw. Rucksackreisender hat man ja meist einen Bonus an der Grenze. Doch hier ist wohl so wenig los, dass die Grenzleute etwas gegen die Langeweile tun müssen, eine so gründliche Gepäckkontrolle hatten wir bisher noch nicht erlebt. Der Grenzer gibt auch unumwunden zu verstehen, dass er aufhört, wenn er etwas Nettes findet, das er behalten darf. Bei Dina ist es einer unserer letzten Jogurtbällchen. Allerdings scheint das kein so grosses Geschenk zu sein, so dass auch noch die restlichen Taschen durchsucht werden. Bei Christian wird ein 2 CHF-Taschenmesser einbehalten, so dass nur die Hälfte des Gepäcks durchsuchtwird. Dann sind wir fertig und haben den Einreisestempel im Pass. Die Grenzabfertigung liegt 5 km vom Verwaltungsort entfernt, dafür wir vom Taxi üblicher Weise 20 $ verlangt. Franz bekommt ein Taxi für 10 $ und wir radeln. Da es teils steiler bergauf geht sind wir später da, so dass Franz schon das Registrierungsbüro ausgemacht hat.
Die Grenzgebäude von Ishkashim
Distanzen ins Wakhan von der Grenze bei Ishkashim
Auf nach Sultan Ishkashim
Wer findet den Punkt-Dina? - Es geht steil hoch
Die Preisliste
Dort ist die Abwicklung erstaunlich unkompliziert, dauert aber ihre Zeit. Wir hatten befürchtet einen einheimischen Schleuser nehmen zu müssen, doch scheint bei der Behörde auch jemand Englischsprachiges zu arbeiten. Es ist Kurban, der vom Franzosen beschriebene "Junge", dem er 30 $ gezahlt hatte. Zunächst stellt sich heraus, dass unsere Kopien wertlos sind, da der Einreisestempel am Visum drauf sein muss. Kurban hat einen eigenen Copyshop und fertigt die nötigen Kopien an. Er scheint aber auch für den berüchtigten Adab Shah zu arbeiten und dadurch Führerdienstleistungen an den Mann zu bringen. Es dauert eine Weile, bis unsere Registrierungskarte ausgefüllt und abgestempelt ist. Im Büro fragen wir natürlich auch nach dem Strassenzustand, bzw. ob wir denn überhaupt eine Chance haben durchzukommen. Die Antworten sind allerdings vielfältig und somit der Informationsgehalt nicht wirklich hoch. Es werden verschiedene Wassertiefen angedeutet aber wir kämen da schon durch. Zu Lebensmitteln haben sie keine gute Meinung, am Basar in Khandud soll es nur Öl und Reis geben. Zudem erfahren wir noch, dass heute schon 12 Personen abgefertigt wurden und auf dem Weg nach Sarhad sind, wahrscheinlich sind die 3 Krigisen dabei. Das bedeutet für uns aber auch, dass wir sicher radeln müssen, da niemand zum Teilen eines Transportes da wäre. Als wir fertig sind, heisst es noch den Brief vom Kommandierenden der Grenzpolizei zu besorgen. Vor dem Polizeiposten müssen wir länger warten und letztendlich ist die Antwort, dass es morgen erst möglich sei. Wir versuchen es noch vor einer anderen Kaserne, und in der Tat hat Kurban nach einiger Weile Erfolg und wir bekommen den Brief. Allerdings können wir immer noch nicht weiter, da eigentlich noch der Chef des Geheimdienstes in Kenntnis gesetzt sein muss, dieser ist aber nicht zu erreichen. Immer wieder bietet uns Kurban an, dass wir im Guesthouse etwas zu Mittag essen können, doch wir wollen erst die Formalitäten erledigt haben. Auf offener Strasse kann man zur Zeit nichts Essen oder Trinken, da immer noch Ramadan herrscht. Die Leute spülen sich maximal den Mund mit dem Wasser das durch Bewässerungskanäle durch den Ort fliesst. Auch Kautabak scheint im Ramadan noch erlaubt zu sein. Langsam merken auch wir den Hunger, doch nach dem Brief geht es noch schnell auf den Basar, wo Geld gewechselt wird und ein Pakul erworben wird (die durch Masud bekannt gewordenen Pashtunenmütze). Die Bäckerei ist schnell ausgemacht und ein bisschen Brot wird eingekauft. Doch vorher erreicht Kurban noch den Geheimdienst und es ist in Ordnung, dass wir schon losfahren, ihm reicht wohl über die Passkopien morgen in Kenntnis gesetzt zu werden. In Ishkashim hat es einiges an bewaffneten Einheiten, vor allem Polizei, doch unsicher fühlt man sich dadurch nicht. Interessant sehen die verschiedenen Militärdresses aus, welche die verschiedenen Einheiten tragen, die blauen Einheiten machen den einfachsten Eindruck und man denkt unweigerlich an die Taliban, welche wohl häufig schweren Tribut bei ihnen fordern. Unser Hunger lässt es gerade noch zu ausser Ort zu gehen, nach dem ersten Hang setzen wir uns am Bach in den Schatten von Bäumen und machen Mittag. Wenig später kommt auch Franz noch. Ein paar kleine Kinder sind etwas nervig und spielen an den Rädern herum. Als Franz ihnen die Hälfte seiner Limoflasche überlässt, werfen sie diese samt Inhalt einfach in den Bach. So war das nicht gedacht und wir haben nun schon ein Bild von verzogenen Kindern hier. Ganz schlecht kann es ihnen zumindest nicht gehen. Nach dem Essen verabschieden wir uns von Franz, der den ganzen Weg zu Fuss zurücklegen will und eher im "Big Pamir" unterwegs sein wird.

Franz schwer bepackt
Blick zum tadschikischen Ishkashim
Es ist schon später Nachmittag, so dass nur noch Schlafplatzsuche angesagt ist. Ishkashim ist ein sehr grüner Fleck und überall viel Volk unterwegs. Die Strasse führt wieder in Richtung Panj, bleibt zunächst aber noch oben und wir passieren noch ein paar grössere Liegenschaften, u.a. die Büros der Aga Khan Stiftung. Hinter dem Abzweig zu einem Homestay, wo Christian noch ein letztes Mal Mails checken kann (man hat schönen Blick runter auf das tajikische Ishkashim), geht es schon steil hinunter in die Steinwüste. Die Piste ist insgesamt zwar gut befahren, doch oft recht steinig, so dass wir uns in der Abfahrt nicht leicht tun. Linker Hand liegt ein Rollfeld und sogar ein Container, das ist quasi Ishkashim International, doch scheint die Piste nicht wirklich benutzt zu sein. Gespannt auf die ersten Orte hinter Ishkashim geht es auf mässiger Piste weiter, bis wir durch den Ort Ftur rollen. Ort ist hier meist übertrieben, es sind meist verstreute Häusergruppen, die in der Karte unter einem Ortsnamen fungieren. Bei Ftur geht es über die erste Brücke nach Ishkashim, wir sind erleichtert, dass wohl nicht jeder Bach zu furten ist, momentan wäre das auch nicht immer möglich, denn zur heissesten Periode des Jahres haben die meisten Bäche auch ihren Höchststand. Hinter dem Ort Ftur nehmen wir auf freiem Feld einen Holzkasten wahr. Er sieht aus wie ein grösserer Schrank. Unsere erste Vermutung bestätigt sich, es ist ein Laden (den es doch hinter Ishkashim nach verschiedenen Aussagen gar nicht geben dürfte). Allerdings empfängt uns dort gähnende Leere. Nur ein paar Packungen Zigaretten und Batterien sind in den wenigen Regalen zu sehen.
Für die Nacht suchen wir nun eine Bleibe, der Wind hat stark aufgefrischt, zum Glück von Hinten, daher wäre ein bisschen Windschutz schön. Wir sehen ein paar Kilometer entfernt ein paar Bäume stehen, doch als wir näher kommen gesellen sich dazu auch ein paar Häuser dazu. Einen Bauer, der gerade unten mit Bewässern beschäftigt ist, fragen wir und er hat wohl kein Problem damit, dass wir in der Gegend übernachten. Die Bauern hier leiten ihr Wasser meist direkt über die Piste durch, so dass mit dem Rad der Graben meist schiebend bzw. leicht hebend überquert werden muss, auch die Autos kommen hier meist zum Stillstand. Da wir nicht zu den Häusern wollen, bleiben wir doch auf freiem Feld, diese sind nicht alle benutzt. Einzig vor einer nächtlichen Überflutung haben wir Angst. Nicht weit von der Strasse wird das Zelt aufgeschlagen, es kommt aber weiters kein Fahrzeug mehr, heute war nicht viel los auf dieser Strasse. In Khorog hatte uns die Touristinfo bezüglich Wildzelten vor allem empfohlen nicht zu nah an der Grenze, d.h. am Fluss zu übernachten, da die tajikischen Soldaten sonst nervös werden könnten und schiessen. Der Sicherheitsabstand ist gewährleistet.
Hinter Sultan Ishkashim führt die Strasse wieder zum Panj runter
Die sandige Strasse geht zum Glück noch zum Fahren
Der Panj
Kleinstladen mit Kleinstangebot

Der Laden ist aber dennoch ein Treffpunkt
Nahe am Wasser gebaut
Die Strasse dient gerade als Bewässerungskanal
Hier verbringen wir unsere erste Nacht im Afghanischen Wakhan

Nach ruhiger Nacht geht es weiter, die Strecke nach Qasideh zieht sich noch etwas, dort geht es über die erste grosse Brücke, das Wasser kommt vom Noshaq, dem höchsten Berg Afghanistans, sein Basislager ist der einfachste Trek hier in der Gegend, die Polen welche wir in Ishkashim getroffen hatten wollten auch dorthin. Kurz hinter der Brücke befindet sich der erste Kontrollposten, wir werden mit dem Pass zum Registrieren geschickt. Eigentlich wäre es besser, wir trügen uns selbst dort ein, der diensthabende Offizier scheint die lateinische Schrift nur mühsam zu beherrschen und so können wir nicht einmal selbst erkennen, dass unsere Personaldaten im Buch aufgenommen sind, es ist mehr ein Abpinseln der Passseite. Wir erfahren zudem dass die kritischen Wasserstellen bei Wargant kommen, dort scheint es Flüsse zu haben, welche ohne Brücke sind. Von Franz hatten wir noch das relevante Wort dafür gelernt: Obresi heisst Hochwasser. Oft bekommt man darauf aber "kham" eingewendet, was niedrig bedeutet. Letzters soll aber auf die kommenden Bäche nicht zutreffen. So heisst es für uns möglichst schnell an den Bächen zu sein, um vor dem Nachmittagshoch zu queren. Von der Karte her können wir aus der Grösse der Einzugsgebiete und dem Gletscheranteil gut abschätzen wie kritisch die Bäche sind. Im Zuge einer Kampagne für den Tourismus im Wakhan hat es hier einige Tafeln geregnet, d.h. auch mannigfaltige Entfernungsangaben, die uns recht nützlich sind, in Quasideh ist zudem das erste Homestay ausgeschrieben. Diese Häuser wurden wohl von der Aga Khan Stiftung angelegt um den Tourismus anzuschieben. Zudem taucht in Quasideh am Polizeiposten das erste Schild Norwegischer Diplomaten auf, die hier einen Zeltplatz angelegt haben. Diese finden sich auch in Khandud und Kala e Panja, für uns ergab sich jedoch nie ein Aufenthalt. Hinter Quasideh treffen wir mal wieder auf einen geöffneten Laden und so gibt es erstaunlicher Weise noch einmal Nab-Cola, eine afghanische Cola-Marke, die verschiedenste Cola-Stilelemente beinhaltet, u.a. ist sie light, hat aber Zucker im Zutatenverzeichnis. Auch die Grösse ist verwunderlich, 1/5-Liter sollte wohl 1.5 Liter sein. Während wir in Ishkashim noch den Eindruck hatten beim Nahrungsmittelkauf verhandeln zu müssen, scheinen hier fairere Preise zu gelten. Die Piste ist technisch weiter abwechslungsreich, nach den grünen Feldern um die Orte geht es meist in die Steine und gerade Bäche bringen eine Menge davon. Die Piste ist nun für einmal sehr nahe am Panj geführt und wir können auf der anderen Seite Tourenradler erkennen, die wohl gerade eine Photopause einlegen. Der Ort Wargant (bzw. Urgunt) zieht sich noch eine Weile und Hunger macht sich bemerkbar, dennoch halten wir eisern durch, bis wir kurz vor dem Ort sind. Dieser bleibt allerdings oberhalb, die Piste geht unten in den Schwemmkegel und ehe wir am Bach sind werden wir von drei Afghanen begrüsst. Sie warten an ihrem Auto, einem Toyota Corolla, auf Reparaturhilfe. Wir sind erstaunt, dass sie mit dem Toyota hier durchgekommen sind, der Franzose hatte gemeint, dass diese nur zwischen Khandud und Kala e Panja fahren, die Flüsse wären nur mit Jeeps zu machen. Für den Bach müssen wir das Gepäck vom Rad nehmen und einzeln herübertragen. Am Nachmittag wäre die Querung vielleicht nicht mehr machbar gewesen. Nachdem in 5 km ein weiterer Bach ansteht, erledigen wir diesen auch noch vor der Mittagspause. Während der vorherige Bach einen konzentrierten Lauf hatte, ist der nun folgende Bach gross aufgefächert, so dass es keinen eigentlichen Wasserlauf gibt. Wahrscheinlich ist er am Nachmittag in seiner ganzen Fächerbreite durchflossen. So schieben wir einige hundert Meter durch teils schlammigen Grund und suchen hernach einen Schattenbaum, in dem Mittag verbracht wird.
Noch lange Schatten von der Morgensonne
Wo ist das Grün?
Hier, Blick auf die Ebene bei Qazideh
Die Strasse haben wir ziemlich für uns
Steinig
Der Noshak, mit 7485 m der höchste Berg von Afghanistan
Auch diese Felder werden in Handarbeit bearbeitet
Die Sonne ist stark
Wieder einmal der Panj
Nicht immer geht die Strasse gut zu fahren
Wilder Panj
Weisser Einblick I
Weisser Einblick II
Weisser Einblick III
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Neue Schule
Weisser Einblick V
Die Riesen sind im Dunst
Da guckt wieder einer hervor
Und dann prägt wieder Sandgrau die Landschaft

Auch heute hat der Wind wieder stark aufgefrischt und gibt uns Unterstützung, ein gutes Argument auch für die eingeschlagene Richtung nach Sarhad, aus der Gegenrichtung kommt eigentlich nie Wind. Zum nächsten Bach kommen wir erst nachdem wir seinen Kieskegel bis zum Talauslass nach oben gefolgt sind. Leider hat es dort keine Brücke und das Wasser hat mittlerweile so eine Wucht, dass wir von einer Querung absehen. Wir schauen lieber weiter unten nach einer Möglichkeit, dort fliesst der Bach in mehreren Armen und sollte so vielleicht zu queren sein. Das Schieben durch den ungebahnten Schotter ist recht mühsam, doch finden wir tatsächlich eine Stelle zum Furten. Nun heisst es wieder die Strasse zu gewinnen, ein weiterer Kilometer Schotterschieben ist angesagt. Doch nun kommt, wie vom Franzosen angedroht auch noch die kleine Wüste. In der Tat sehen wir dort auch Kamele und natürlich Sand. Da wir uns schon auf Schieben eingestellt hatten, war es dann weniger schlimm als gedacht, doch brauchen wir eine Weile bis wir durch dieses Trockenstück durch sind. Hier hat es auch länger keine Orte mehr. Erst kurz vor Pigish treffen wir wieder Hirten. Hier geht es wieder mühsam den Schwemmkegel hinauf, dafür werden wir mit einer Brücke belohnt, ansonsten wäre der Bach nicht querbar. Wir nehmen ein bisschen Wasser, das leider trübe ist, im Ort finden wir dafür noch einen Brunnen. Der Tag war lang und die Strecke nicht immer einfach zu fahren. Daher hoffen wir bald einen Schlafplatz zu finden. Am Ortsausgang von Pigish fragen wir einen älteren Herren, der allerdings zunächst nach jemand Englischsprachigem schicken lässt. Zunächst bekommen wir Tee angeboten, doch eigentlich brauchen wir einen Schlafplatz. Der Englischsprachige sieht erst einmal kein Problem, bis der ältere Herr seine Einwände vorbringt, so dass wir hier leider doch nicht übernachten können. Zwischen Pigish und dem nächsten Ort bietet sich uns aber ein kleiner Hain an, in dem wir unser Zelt wunderbar verstecken können. Einzig die Bewässerungsrillen lassen für die Nacht ein feuchtes Erwachen befürchten. Das tritt nicht ein und so verbringen wir in perfektem Windschutz eine ruhige Nacht.
Einsamer Baum
In nähe von Häusern sind oft Alleen gepflanzt
Trotz fast keinem Verkehr hat es Wellblech
Vorbereitung für die Flussquerung
Dieser Bach lässt sich gerade gut fahren
Das Wasser ist gut verteilt
Weisser Einblick VI
Der Panj mit Grün
Der Panj schon wieder ohne
Furten
Das Wasser ist schwarz und reissend, aber zum Glück nicht sehr tief
Der kleine Sandkasten zu Hause war mir lieber
Ende der "Wüste" vor Pigish
Zum Glück ist die Strasse einigermassen von den grossen Brocken an Steinen geräumt
Fast so gut wie eine Burka
Bachtal vor Pigish
Zum Glück gibt es eine Brücke
Weisser Einblick VII
Die Sonne steht schon tief
Unser Zeltplatz zwischen Pigish und Yamit

Es sind nur wenige Kilometer nach Khandud, der eigentlichen Hauptstadt des Wakhan. Hier haben wir uns zu registrieren. Am Kontrollposten wird nur kurz in den Pass geschaut und auf Nachfragen der Weg zur Polizei gezeigt, welche sich etwas oberhalb der Brücke befindet. Anscheinend müssen die Beamten noch gerufen werden, da niemand da ist. Wir müssen nur eine Kopie abgeben und können schon weiter. Für heute hatten wir befürchtet, dass wir eventuell festsetzen, da ja endlich Ramadanende ist und auch an der Grenze 4 Tage zu wäre. Eigentlich wäre Khandud nur ein ganz normaler Ort hier, wo sich die ganzen Einwohner verstecken ist fraglich, immerhin hat es aber grosse Anbauflächen. Das Besondere hier ist der Basar. Man kann hier tatsächlich noch halbwegs vernünftig einkaufen, neben Reis und Öl gibt es hier Trockenfrüchte, Kekse, Melonen etc. Und so kaufen wir noch Zucker und Nudeln. Die Stände sehen so aus, wie die kleinen Läden auf dem Lande, vergrösserte Schränke. Da wir noch recht früh unterwegs sind, ist nicht viel los. Hinter Khandud passieren wir eine eindrucksvolle Kaserne, die wohl von internationalen Geldern finanziert wurde und der Grenzpolizei dient. Diese fährt hier in der Gegend auch vermehrt umher und ein Jeep will gleich unseren Brief von Ishkashim sehen. Er meint wir sehen uns noch in Kala e Panja. Doch zunächst wird es noch einmal sandig und auch mehrere grosse Schwemmkegel machen das Vorankommen mühsam. Zu allem Überfluss hat Christian heute auch noch einen Platten, es ist die Laosstelle, dort hatte eine grosse Scherbe einen bedeutsamen Schnitt durch den Mantel verursacht. Der geflickte Mantel ist mittlerweile wieder durchlässig an dieser Stelle, so dass sowohl Schlauch als auch nämliche Mantelstelle einen Flicken abbekommen.
Morgensonne
Blick zum Panj
Nicht nur uns zieht es nach Khandud
Die Einkaufsstrasse von Khandud
Gegenüber den anderen Orten im Tal ist Khandud ein Einkaufsparadies
Polizisten in Khandud
Kleiner Graben macht grosse Mühe
Für einmal Gegenverkehr
Solche Brunnen wurden durch Hilfsgelder mehrere gebaut
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Wir eilen nun weiter auf Kala e Panja zu, um bei der dortigen Polizei noch unseren Brief abzugeben. Am Posten hat es sogar Soldaten, die ganz passabel Englisch sprechen. Der Brief wird abgegeben und zugleich ein neuer Brief ausgestellt, dieser ist für die Polizei in Sarhad bestimmt. Christians Tretlager nackelt nun schon seit Kirgistan ein bisschen, die letzten Tage hat sich das deutlich verstärkt und so machen wir in Kala e Panja bei den Soldaten den Versuch Werkzeug zu bekommen, doch ein Maulschlüssel in der gewünschten Grösse für die Tretlagernuss scheint nicht aufzutreiben zu sein. Da kommt noch ein Auto von Ishkashim her an die Schranke und während Christian noch diskutiert fragt ein einheimisch Gekleideter in schwäbischem Akzent, was für eine Grösse wir bräuchten, eventuell hätte sein Fahrer so etwas. Etwas perplex wird die Grösse angegeben, aber vergeblich, der Jeepfahrer hat auch nichts passendes. Dina unterhält sich derweil mit Moritz dem deutschen Tourguide, der auch nach Sarhad unterwegs ist. Christian muss noch zum Kommandanten um beim Abfassen des Briefes dabei zu sein. Nachdem alles fertig ist, wird noch ein Versuch für ein Werkzeug gewagt und siehe da, der englischsprachige Soldat kommt mit einer Art Rohrzange zurück. Eigentlich wollen wir zuerst Mittag machen, doch die Soldaten wollen die Angelegenheit sofort erledigt wissen und so wird sich an den Tretlagerwechsel gemacht. Wider Erwarten lässt sich das alte Lager problemlos entfernen und so ist in weniger als 30 Minuten die Reparatur durchgeführt. Kurz hinter dem Posten machen wir dann endlich den späten Mittag. Am Nachmittag kommen wir trotz passabler Strasse nur noch wenige Kilometer weiter. Wir sind am Ende des Panjtales angelangt, der Fluss spaltet sich hier in den Pamir, den eigentlichen Grenzfluss zwischen Tajikistan und Afghanistan der vom Zorkul herkommt und dem eigentlichen Wakhan auf. Ab hier ist Neuland für Christian und der voll in Afghanistan liegende Teil beginnt. Zudem endet hier die Handyabdeckung von Tajikistan her. Früher als sonst machen wir kurz vor Abgerch Schluss, ein idyllisch gelegener Zeltplatz am mächtigen Wakhanfluss lädt dazu ein. Auf tajikischer Seite grüssen die mächtigen 6000er Karl-Marx und Friedrich Engels. Kurz vor der Flussverzweigung steht noch ein Schild mit Entfernungsangaben, wir müssen schmunzeln, denn Goz Kum ist zwei Mal angegeben, einerseits über den Fluss, zum anderen über die Brücke. Ersteres dürfte aufgrund des Wasserstandes momentan nicht möglich sein und so muss Franz wohl den Umweg über die Brücke von Sost gehen. Der Wind pfeift wieder beträchtlich, so dass wir um die Apsiden herum Steine postieren um für das Kochen einen besseren Windschutz zu bekommen. Der Charakter des Tales ändert sich hier deutlich, es wird deutlich schmaler und die grünen Felder liegen nun zum Teil auch auf den steilen Talflanken.








Am nächsten Morgen steht es um Dina nicht so gut, sie wacht mit Bauchweh auf und auch sonst schmerzt wie üblich alles. Dennoch machen wir uns auf um ein paar Kilometer zu machen, aber Dina kann heute nur flach fahren. Den Gefallen tut uns die Strasse nicht und so muss einiges gestossen werden. An einem klaren Bach wird noch Waschpause eingelegt, natürlich kommen gleich noch ein paar Einheimische den Weg entlang. Bei Sost wechseln wir die Talseite auf einer grossen Brücke und sollen uns laut Karte weiter auf dieser Seite halten. Wuzed ist der erste Ort auf der anderen Seite, dort hat es auch den von den Soldaten in Kala e Panja angekündigten Laden und der ist sogar offen. So werden noch zwei Swiss Rolls gekauft und um Brot nachgefragt, unser Brot aus Ishkashim ist mittlerweile alle. Wir sind erfreut, dass es mit dem Brot gut klappt, ein Junge bringt von zu Hause einen Fladen und Dina ist erfreut endlich Vollkornbrot vorzufinden. Vor dem Laden steht ein Corolla, im Gespräch erfahren wir, dass er vom Besuch aus Kabul ist. Zudem wird uns vor Kurot gewarnt, dort wäre das Wasser wohl ein Problem, aber wenn wir auf unserer Talseite bleiben, soll es gehen. Von Wuzged geht es weiter nach Kepkut, wo oben am Hang ein kleines Gebäude die heissen Quellen markiert, von denen es auch in Sargaz, einen Ort weiter, welche gibt. In Kepkut sind wir erstaunt gleich drei weisse Jeeps vorzufinden, wie sie NGO's üblicher Weise verwenden. In Sargaz befindet sich neben einem Guesthouse noch eine weitere Brücke.




















Erst als wir den Zustand der Strasse sehen, bzw. dass wohl die Mehrzahl der Fahrzeuge die Brücke nimmt, kommen uns Zweifel auf und wir fragen bei Einheimischen nach, welchen Weg wir nehmen sollen. Die Antwort ist: keinen, beide Wege seien unmöglich für uns. Das verwundert uns etwas, da wir erst noch keine Hindernisse sehen. Sowohl links als auch rechts soll uns das Wasser bis zur Brust gehen, das Beste wäre, wenn wir im Guesthouse übernachten. Daher weht also der Wind, denken wir uns und fahren erst einmal zur Brücke vor, wo zu unserer grossen Überraschung ein amerikanisches Pärchen auftaucht. Sie sind seit zwei Monaten hier in Kepkut und unterrichten Englisch. Etwas enttäuscht sind die Beiden, dass das neue Schulgebäude hier wohl kaum verwendet wird. Es ist wohl auch ein Gebäude vom Central Asia Institute, ausnahmsweise ist diese Institution wohl nicht vom Aga Khan, von dem hier sonst zahlreiche Projekte sind, u.a. auch die Brücken über die Nebenbäche. Jedes grössere Dorf hier im Wakhan hat so ein grau weisses Schulgebäude des Central Asia Institutes, die Architektur ist meist die selbe.  Anscheinend sind die Amerikaner aber nicht gross in der Gegend herumgekommen, scheinen aber gerade von der Problemstelle zu kommen. Sie erzählen uns, dass weiter oben die Brücke über den Wakhan weggeschwemmt wurde, d.h. also die Brücke von Kurot. Angeblich soll man aber in der Früh bei niedrigerem Wasserstand gerade so herüberkommen. Das kommt für uns nicht in Frage, wir können uns nicht vorstellen den riesigen Wakhanfluss zu furten. Sie kennen aber auch den Weg auf der anderen Seite, dort sei nur eine Stelle, bei der man knietief durch den Wakhanfluss seitlich waten muss um dann wieder normal auf der Strasse zu gehen. Allerdings empfehlen sie uns die gegenüberliegende Seite, da unsere Seite zu bergig zum radeln wäre. Drüben hätte es nur die beiden Seitenbäche, die man aber überqueren könne (Baba Tangi-Bach und den davor). Als wir nach weiteren Brücken fragen, meinen sie, dass sie nur bis zum Flugplatz gekommen sind und nicht weiter, zumal sie die Brücke bei Sargaz nie mit eigenem Fahrzeug fahren würden. In der Tat fehlen einige Planken hier und kaum sind die Amerikaner fort, steht auch das zweite Auto heute auf der anderen Flussseite und begutachtet die Brücke. Es werden teils Balken von der einen Seite genommen um sie auf die andere Seite zu legen, zudem helfen Steinplatten gegen ein Durchsacken des Autos. Als Christian auf den Fahrer zugeht um sich nach der Strasse zu erkundigen, immerhin scheint er durchgekommen zu sein, springt auch schon der Guesthousebesitzer nach und der Autofahrer, der aus Sarhad kommt, meint dass wir wohl besser hier bleiben. Wir entscheiden uns nun für die kurze seitliche Wakhanquerung und fahren den Kilometer zur kritischen Stelle. Dort geht es sogar auf zwei Wegen vorbei, entweder kletternd über den Felsbrocken, der die Strasse in den Wakhan zwingt, oder aber im Fluss nahe der Felswand entlang. Letzteres sieht schlimmer aus, als es ist, man kommt dem Stromstrich mit Wellen recht nahe, aber der Untergrund besteht aus grossen Blöcken auf denen es sich gut laufen lässt. Christian geht das Wasser bis an die Oberschenkel und er ist zuversichtlich, dass wir durch das Wasser durchkommen, allerdings wäre es mit dem Rad ein bisschen Balanziererei. Da Dina sich immer noch nicht gut fühlt, geht es aber erst einmal nicht mehr weiter, zumal die Hoffnung besteht, dass das Wasser in der Früh deutlich tiefer steht. Zumindest waren wir heute überrascht, wie stark der Wakhan am Morgen gesunken war. Christian geht jedoch davon aus, dass durch so viele verschiedene Zuflüsse eigentlich eine starke Schwankung ausgeschlossen sein sollte. Es ist schon später Nachmittag und damit wir morgen dann auch sicher weiterkommen, recognostiziert Christian noch den weiteren Weg. Nach der Stelle im Wasser des Wakhan kommen zunächst nur kleinere Pfützen und dann gewinnt die Strasse auch schon beträchtlich an Höhe. Da der weitere Verlauf nicht einsichtig ist, geht auch die Erkundung weiter und immer weiter, bis nach 6 km in der Ferne eine Brücke ausgemacht werden kann, welche intakt erscheint und über den Wakhan geht. Völlig verwundert kehrt Christian so zurück und wir sind schon auf morgen gespannt, da wir nach den Informationen von den Amerikanern und dem Guesthousebesitzern so etwas nicht erwarteten. Allerdings ist auch klar zu sehen, dass der Baba Tangi Fluss nun am späten Nachmittag nicht mehr zu queren ist, selbst Autos dürften Schwierigkeiten mit ihm haben, ein grosser LKW parkt direkt davor. Auf dem Rückweg gewahrt Christian auf der gegenüberliegenden Seite noch ein Quad mit Soldaten, welche wohl auch die Strasse erkunden sollen, spätestens beim Baba Tangi-Fluss dürfte Schluss sein. Und in der Tat kehren die Soldaten um und fahren wohl nach Kala e Panja zurück. Dina hatte allerdings auch ihr Erlebnis mit ihnen, denn als sie wartete, kamen drei vermummte Gestalten mit Maschinengewehr auf einem Quad dahergefahren. Zum Glück waren es die Soldaten, die zwar ungläubig schauten, als Dina meinte, dass man um den Fels herum durchs Wasser können, dann aber ihre Hilfe anboten um Material und Rad vorbeizutransportieren. Mangels Christian wurde diese Idee jedoch fallen gelassen. So zelten wir nahe der Stelle, um ja nicht im Guesthouse einzukehren. 





In der Früh sind wir jedoch arg enttäuscht, als der Fluss höchstens einen Zentimeter tiefer geworden ist. So führen wir die Querung bei ähnlichem Wasserstand, wie am Abend durch und machen uns nun an die steigungsreiche Strecke. Zum Glück geht es Dina wieder besser, doch Schieben ist auch heute angesagt. Als wir an der Brücke sind, welche gestern nur aus der Ferne betrachtet wurde, werden wir ziemlich sauer auf den Guesthousebesitzer, alles ist in tadellosem Zustand. Auch die Amerikaner mit ihrer Aussage können wir nun nur schwer verstehen. Nun kommen auch wieder alle Autospuren zu uns herüber, der Baba Tangi-Bach ist in der Früh nur ein Bächchen und nur knöcheltief, wir hätten also auch dort übernachten können. Die nun folgende Strecke hat es in sich, der Wakhan war um Kurot in einer stark strömenden Gefällestrecke verlaufen, oberhalb hingegen befindet sich eine lange Stillwasserstrecke. Hier lagern sich allerlei Sedimente ab, welche in trockenem Zustande ausgeblasen werden und zu einer Sandschicht auf der Piste führen. Hier ist wieder viel Schieben angesagt. Einer der ersten Spaziergänger am Morgen macht uns auf die nächsten Bäche aufmerksam. Die scheinen bei ihm noch recht "kham" gewesen zu sein, so dass wir uns beeilen sollten, noch vor der Tagesschmelze dort zu sein. Wesentlich scheint vor allem der Bach bei Wardi zu sein. Die Orte hier sind ziemlich klein und verdienen eigentlich keine Erwähnung auf der Karte, oft hat es nur 2 oder 3 Hütten. Bei einer der Hütten fragen wir um Brot nach und bekommen prompt wieder ein Vollkornbrot (gegen Bezahlung natürlich, die anfangs meist abgelehnt wird). Bei Wardi kommen wir endlich gegen Mittag an und queren ohne Probleme den Fluss. Keine 5 km weiter steht der nächste Bach an, welcher in einem eindrücklichen Wasserfall herunterkommt und uns mehr beschäftigt, als wir gemäss Karte vermutet hätten. Zwei Bauernburschen helfen uns den richtigen Weg zu finden. Nach erfolgreichem Furten gibt es im kleinen Schatten eines Felsbrockens endlich die verdiente Mittagspause.

















Es baut sich jedoch in der Folge schon die nächste Flussquerung auf. Sollten wir heute noch nach Sarhad wollen, müssten wir in jedem Fall den Issyk überqueren, ein Fluss der in der Karte ein sehr grosses Einzugsgebiet aufweist, weshalb wir annahmen, dass er sowieso eine Brücke hätte. Doch die ersten Erkundigungen sind ernüchternd, es werden Wassertiefen angezeigt, allerdings sind diese momentan noch knietief und damit eher "kham". Je näher wir dem Fluss jedoch kommen, desto höher werden die angezeigten Wassertiefen, bis uns schliesslich ein Herr anhand der Uhr die verschiedenen Wassertiefen anzeigt und wir wohl einsehen müssen, dass es nachmittags brusttief wird. So kommen wir heute wohl nicht mehr nach Sarhad. Neben dem Sand gibt es heute auch noch Wasserquerungen, ein Bereich der Strasse führt durch überflutetes Gebiet, welches teils knietief ist, über einige hundert Meter schieben wir durch das Stillwasser, ohne den Untergrund zu sehen, so weiss man nicht, ob es nicht doch einmal tiefer wird. Später wird es wieder recht steinig, so dass man teils schieben muss. Kurz vor dem Issyk hat es noch einmal eine Abzweigung über eine Brücke, hier geht der Weg zum Broghilpass ab, ein Saumweg, der über nur 3800 m nach Pakistan geht und damit den tiefsten Einschnitt im Hindukusch nutzt. Wir müssen leider gerade weiter, denn danach kommt keine Brücke mehr, d.h. den Issyk müssen wir überqueren. Kurz vor dem Issyk verwerfen die Leute aber gar nicht die Arme, sondern scheinen der Ansicht zu sein, dass wir drüber kommen. Es ist zwar schon später Nachmittag, also mit die ungünstigste Zeit, doch sehen wir warum ein Versuch wohl wagbar ist. Der Fluss teilt sich in unzählige Arme auf, die man jeweils einzeln angehen kann. Doch bis wir an den ersten Arm gelangt sind, müssen wir erst einmal üblen groben Flussschotter durchqueren. Nun folgen unzählige Arme, bei denen wir zunächst Rad und Gepäck einzeln furten, bis uns das ganze Prozedere zu langwierig wird. Zum Glück können wir bei den späteren Armen das Rad samt Gepäck einfach durchschieben. Ordentlich ausgekühlt erreichen wir das Ende der Arme und hoffen darauf, dass das alles ist. In der Tat kommt nicht mehr viel Wasser, dafür noch einmal ein elendslanges Stück im unangenehm zu schiebenden Flussschotter. Es ist nun schon recht spät geworden, doch unser Ziel lautet nun, vor Einbruch der Dunkelheit in Sarhad zu sein, so wissen die Leute wenigstens schon einmal, dass wir da sind und eventuell gereicht uns das zu einer verkürzten Pferdefindungsprozedur. Uns schwebte vor von Sarhad mit zwei Pferden alleine zum Kleinen Pamir zu reiten. Nach dem Issyk ist der nächste Fluss nur noch eine Kleinigkeit, mit der Ortschaft Ptukh sind wir nun schon fast da. Dieser hintere Talgrund ist wahrlich idyllisch, eine weite grüne Fläche rechts ein Stillwasserbereich des Wakhan, einige Häusergruppen sind eingestreut. Hier sind wieder deutlich mehr Leute auf den Feldern uns Strassen unterwegs und so werden wir auch häufiger angesprochen. Die meisten Leute ahnen schon, dass wir in den Kleinen Pamir wollen und sprechen von Pferden und Eseln, welche Touristen hier hinten üblicher Weise mieten. Doch anscheinend ist es zu früh ein Geschäft einzugehen. Diejenigen mit denen wir sprechen haben entweder keine Tiere oder sind anderweitig beschäftigt, so treffen wir auch einen Englischlehrer, der morgen nach Kepkut zu den Amerikanern will, um sein Englisch zu verbessern. Shelkand ist der letzte Ort vor Sarhad, wir haben quasi nur noch einen Schlusssprint vor uns, doch um nicht im Ort zu übernachten, schlagen wir unser Zelt noch vor dem letzten Fluss auf. Ein Bauer hat uns den Platz empfohlen, er scheint aber auch daran interessiert zu sein, ein Pferd und einen Esel an den Mann zu bringen. Wir sind erst einmal froh es bis am Abend nach Sarhad geschafft zu haben.












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