Montag, 8. April 2013

Auf dem Weg zum Nujiang

Von Lincang wollten wir nun zu unserem eigentlichen Yunnanziel, dem Nujiang. Die Route stand noch nicht fest und so mussten wir noch Planungsarbeit leisten. Das erfolgte Schrittweise, zunächst gingen wir eine Strasse nach Norden an und mussten jeweils auf die grösseren Strassenkreuzungen entscheiden wo wir weiter wollten. Als wir losfuhren waren die Strassen noch nass von einem nächtlichen Schauer und auch am Morgen drohte immer wieder ein kleiner Schauer. Lincang ist eine grössere Stadt, die auch weiter intensiv am wachsen ist, einige Hochhäuser sind am entstehen. Die breite Strasse führte nun zunächst ein Tal entlang hinab, so dass wir schnell vorankamen. Die relativ neue Strasse war mit vielen schön blühenden Bougainvillien bepflanzt. An der ersten Abzweigung mussten wir uns den Weg erkämpfen, da er gesperrt war. Eine Brücke war im Neubau und daher eigentlich ein Weg durch einen Tunnel angezeigt. Durch Schieben über ein Brett kamen wir dennoch auf die richtige Strecke, die nun voll im Bau war. Baustellen in China sind eher unangenehm zu fahren, da dort der Belag meist offen und daher schlecht fahrbar ist. Das kann wohl hunderte Kilometer so gehen, an unserer Strecke war es aber nur ein kleiner Abschnitt, nicht einma 15 Kilometer. Abschliessend fuhren wir wieder die gesperrte Neubaustrecke und hatten so sogar Asphalt für uns, am Schluss musste nur ein kleiner Erdwall überschoben werden. Am nächsten Entscheidungsabzweig genehmigten wir uns erst einmal eine Nudelsuppe um uns für den kommenden Pass zu stärken, wir wollten über einen Pass fahren, der bis 2300 m ging, dabei waren wir auf 800 m. Die Routenführung am Anfang ermöglichte jedoch eine flache Steigung, die zudem aufgrund der zahlreichen Alleebäume im Schatten lag. Der Verkehr war überschaubar, anscheinend hatte die einstige Hauptverbindungsstrasse durch den Neubau anderer Strassen an Bedeutung eingebüsst. Die Geländeausnutzung war interessant, so dass wir mal in das eine Tal, dann wieder ins andere Tal blickten. Immer wieder durchfuhren wir ein Dorf und unter einem riesigem Schattenbaum wurde noch eine Siesta durchgeführt. Danach kamen wir weiter erstaunlich gut voran. Nur die letzten 300 Höhenmeter zogen sich etwas. Unterwegs fuhren wir an zahlreichen Kalköfen und weiter oben auch an Teegärten vorbei. Die Passhöhe war unspektakulär, umso schöner war ein anschliessendes Hochtal, in welchem die Strasse allerdings verlegt wurde: ein neuer Stausee, der noch weiter am Wachsen war würde die alte Strasse überfluten. Unsere OSM-Karte hatte im nächsten grösseren Ort 3 Hotels eingezeichnet, daher wollten wir gerne bis zu diesem kommen. Mit ein bisschen Schoggi war das Ziel auch zu erreichen und ein Hotel schnell gefunden.
Nach dem Abendessen und Waschen war es schon wieder reichlich spät, zumal Christian herausgefunden hatte, dass WLAN im Hotel funktioniert und am App's für das Iphone herunterladen war.
Schöne neue Strasse und sogar Oleander wurden angepflanzt
Leider erst am neu werden, eigentlich hätten wir durch den Tunel gemusst

Hauptsache die Strasse wird breit

Ohne Motor fällt man hier auf
Die alte Frau sammelt Müll
Eine provisorische Brücke aus Säcken

Eine Wasserrinne ist doch keine Strasse
Toktokdeluxe

Es ist warm

Unser Mittagsschattenbaum, schön ist der Blick auf die Terassen

Schöner Ausblick bei der Hochfahrt

Die Strasse wurde verlegt

Hier der Grund, ein neuer Staudamm

Alles eben dank Terassen

Lecker!

Am nächsten Morgen ging es daher nicht ganz so früh los, wie gewohnt, was hier aber nicht mehr so tragisch ist, auf 1900 m, wo wir geschlafen hatten, ist es dann noch recht frisch. Heute an einem Sonntag war hier die ganze Bevölkerung auf den Beinen und strömte unserem Ort zu, es war Markt. Die Frauen haben eine besondere schwarze Tracht mit einem Kopfpolster, welches wohl auch zum Schleppen der Lasten dient. Von Wumulong, unserem Übernachtungsort, führte die Strasse nun durch ein enges schluchtartiges Tal zu einem Kessel mit einem weiteren Ort, auf den ein Pass folgte. Die anschliessende Abfahrt war genial, es ging erst einmal hangparallel weiter, dann immer leicht abfallend und am Schluss über einen Kamm nach unten, so machten wir viel Strecke ohne zu grosse Anstrengung. Zu Mittags war dafür kein geeignetes Lokal am Wegesrand, so dass wir auf unsere Vorräte zurückgriffen. Die müssen auch ab und zu dezimiert werden, sonst sammeln sich viele alte Kekse an. Ab der nächsten Stadt musste wieder entschieden werden. Hier hatten sich sogar drei Optionen eröffnet, die uns teils erst kurz vorher auffielen. Neben der Umwegsbergvariante über Yongde, welche zum Ursprungstrack führte (wir mussten einen grösseren Umweg einplanen, da der Ursprungstrack wohl durch gesperrtes Gebiet geführt hätte: an der Grenze zu Myanmar gibt es wohl von China nicht kontrollierte Zonen, welche Drogenbarone kontrollieren und an deren Grenzen die Polizei einen umdrehen lässt), hatten wir eine Abkürzungsvariante ein Tal herab Richtung Nujiang gesehen und als neueste Variante, nicht in OSM und Russenkarte war uns ein Nebenstrassengewirr querbergein aufgefallen. Für letztere entschieden wir uns, zumal die Russenkarte uns weniger Höhenmeter versprach als bei häufiger Flussquerung zu befürchten war. Am Beginn der Strasse war diese auf einem Schild genau so geführt, wie wir uns die Nebenstrassen zurechtgelegt hatten. Das bedeutete noch einen knackigen Anstieg am späten Nachmittag ab Yongkan. Dieser war aber wieder sehr schön dem Gelände nachgeführt und brachte uns schnell weg aus dem breiten viel genutzten Tal. Sogar eine Hoffnung auf ein Hotel hatten wir, da der einzige grössere Ort an der Strecke in Schlagdistanz lag, sofern die Chinesen die Strasse richtig führten. Letzteres erfolgte dann, sie verwendeten tatsächlich den 1500 m Durchschlupf und jagten uns nicht über die hohen Berge. Am ersten Hotel in der Kleinstadt, welches einen neuen Eindruck machte, mussten wir erst einmal warten bis die verantwortliche Frau gerufen war. Der Preis war mit 80 Yuan angegeben. Christian versuchte noch auf 70 Yuan herunter zu handeln, was aber nicht ganz erfolgreich war, da die Frau uns dann letztendlich die Nacht für 60 Yuan anbot. Preis-Leistungsmässig war das bisher unser bestes Hotel im Urlaub, ein grosses sauberes Zimmer und letztendlich sogar warmes Wasser, was wir aber erst nach dem Duschen richtig feststellten.
Regional typische Tracht

Kleiner Mann, grosser Töff

Im Hintergrund Reisterassen
Gute Übersichtskarte für eine schöne Verbindungsstrasse

Es muss nicht immer Teer sein

Wunderschöner Blick zurück ins Tal

Obwohl wir auf 1400 m waren, fühlte sich der nächste Morgen wieder recht kühl an, was aber durch den Anstieg, der hinter dem Ort begann, gleich verflog. Wir waren wieder in schönem Bergland unterwegs, in den Tälern und an den unteren Hängen stark genutzt, daher überall terassiert, teils mikroterrassiert (quasi für eine Pflugfurche), auch Steinbrüche gab es wieder zahlreiche. In dieser Gegend werden oft am Wegesrand verschiedendste Ziegel hergestellt, Kalk-Ton und Betonziegelsteine. Wir hatten angesichts der Topographie zwei Anstiege bis zu 1800 Meter vermutet, doch die Strassenbauer hatten hier wieder eine geniale Routenführung gefunden und so ging es nur auf gut 1600 Meter und danach 1000 Höhenmeter herunter bis zum Nujiang. Von oben sah der Fluss gar nicht so gross aus und floss noch halbwegs gemächlich in seinem tief eigeschnittenen Tal. Im Sommer würde sich das ändern, man sah deutlich, dass der Wasserspiegel dann wohl mindestens 5 Meter höher lag. Der Nujiang ist vom Einzugsgebiet ein recht komischer Fluss, im Prinzip hat er nur in Tibet einige Fläche, danach ist sein Einzugsgebiet auf wenige Kilometer rechts und links von ihm beschränkt.
Bevor wir den Nujiang an einer Brücke überqueren konnten, zeigten sich am Strassenrand noch überraschend ein paar Soldaten. Wir fürchteten schon, dass hier eine Strassensperre ist, aber nach einem kurzen Blick in den Pass durften wir weiter. Es sollte noch ein kleiner Anstieg zu einem Trockental folgen, das war eigentlich eine Befürchtung gewesen, dass die Strasse hier wieder viele Höhenmeter macht, aber durch dieses Trockental, eventuell ein alter Flusslauf des Nujiang?, blieben uns diese erspart. Da uns die letzten beiden Tage einige Körner gekostet hatten, blieben wir nach dem Mittagessen in der nächsten grösseren Stadt, noch vor dem nächsten Zusammentreffen mit dem Nujiang in einem Hotel. Die Luxus-Suite hier unterschied sich von den anderen Zimmern dadurch, dass es einen PC mit langsamem Internet hatte. Dafür zahlten wir gerne einen kleinen Aufpreis. Christian machte sich noch auf Erkundungstour und fand den örtlichen Radladen ohne etwas zu kaufen, aber dafür auch ein Buchgeschäft in dem es passable Strassenkarten der Region gab. Im Supermarkt wurden wir leider wieder keines Müslis und keines Kakaos fündig, ein echter Mangel hier. Morgen geht es weiter das Nujiang tal rauf.
Die Last scheint nicht zu stören

Schöne Felsen I
Schöne Felsen II

Keine Kuhwege

Die Strasse ist wirklich super höhenoptimiert geführt

Zuckerrohr wird geerntet
Es geht runter zum Fluss Nujiang
Es geht gewaltig runter zum Nujiang
Der Nujinag
An den Ufern ist gut zu sehen, dass der Fluss zur Regenzeit einiges mehr an Wasser führt
Damit wir die Baustellen nicht vermissen

Freitag, 5. April 2013

Abwarten und Teetrinken in Pu-Er mit anschliessender Busfahrt

Der goldene Phoenix lag zwar schwer in der Reisekasse aber war auch relativ gehobener Standard, wobei Christian bemängelte, dass noch nicht einmal Wifi verfügbar war, was sogar schlechtere Guesthouses in Laos hinbekamen. Das ISDN-Kabel im Zimmer führte nicht weiter, mangels Anschluss bei unserem Reisecomputer. Am nächsten Morgen waren wir schon gespannt, wie das Frühstück aussehen würde, welches diesmal dabei war. Es war in der Tat ein umfangreiches Buffet, bei dem wir uns den Magen ordentlich voll schlagen konnten, der Orangensaft war allerdings typisch Chinesisch, mit mindestens 1 % Fruchtsaftgehalt. Michi war sich treu geblieben und rief uns am Vorabend an. Wie geplant war er in Kunming angekommen, allerdings gibt es seit einem Jahr wohl ein Nachtabfahrverbot für Busse, welches anscheinend auch in Yunnan umgesetzt wurde, daher konnte er nicht noch einen Sleeper bis Pu-Er nehmen, sondern erst in der Früh abfahren. So hatten wir noch mindestens bis 14 Uhr Zeit andere Besorgungen zu machen. Christian suchte noch einen Radladen, der allerdings mittlerweile umgezogen war. Dafür war ein Outdoorladen auf dem Weg, die Hemden hier sind jedoch alle zu klein, insbesondere an den Ärmeln. Sogar ein Monokularfernglas war da, ähnlich jenem, welches wir von Christian's Bruder zu Weihnachten bekamen. Für den deutlich niedrigeren Preis musste man jedoch mit einer schiefen Welt zurechtkommen, die Prismen waren wohl nicht korrekt ausgerichtet.
Der Radladen war dann wieder eine positive Überraschung, von den Scheibenbremsbelägen waren fast ein Duzend vorrätig und angesichts des Schnittes im Vorderreifen waren wir fast versucht einen Kenda-Reifen zu kaufen, welcher einem guten Conti-Reifen ähnelte, auch im Preis.
Als Michi und Tao am Nachmittag da waren, ging es noch zum Teehändler, wo Michi noch eine Geschäftsidee zu diskutieren hatte. So konnten wir am Nachmittag noch einigen Grüntee trinken und bekamen noch Einblicke in die Fabrik. Im Anschluss ging es noch zu einem Geschäftsessen, bei dem wir noch einige neue Reisbeilagen ausprobieren konnten, die Wildkrautbeilage war besonders gut. Bevor wir noch aufs Abendbarbeque gingen, konnte noch schnell ein Handyvertrag bei China Mobile abgeschlossen werden, wir waren wohl schon nach Geschäftsschluss da, die Läden gingen gerade runter. Aber mit Tao's Hilfe bekamen wir noch einen Vertrag mit dem wir ein paar Minuten telefonieren und einige MB im Monat nutzen konnten, vor allem für google maps. Eigentlich hätten wir es auch gerne mit unserem Reisecomputer koppeln können. Da das Handy aber leider das limitierteste technische Instrument ist, das man sich vorstellen kann, ein Iphone, sind die üblichen Wege leider nicht möglich, so bleibt es im goldenen Käfig.
Zum Glück fanden wir für das Barbeque keinen Strassenstand mit zu grosser Auswahl, so blieben uns Heuschrecken und dergleichen erspart, dafür war das getrocknete Büffelfleisch nicht schlecht.
Teepressen

Gepresster Tee

Und das ganze noch schön aufgeschichtet

Die Sujet sind jeweils Chinesische Tiersternzeichen

Dieses teure Teekunstwerk wird wohl kaum mal getrunken

Etwas spät ging es ins Bett, nachdem wir festgestellt hatten, dass Michi's Reiseplan uns weit nach Osten bringen würde, wir aber nach Westen wollten, ging es am nächsten Tag zum Busbahnhof um von Pu-Er wieder wegzukommen. Auf der grossen Hauptstrasse wollten wir nicht unbedingt radeln und sollten auch wieder weiter nach Westen. Als wir bei unserem Busbahnhof angelangten und nach bravem Anstellen in der Reihe, sagte uns die Dame, dass wir am falschen Busbahnhof seien. Netter Weise malte sie uns zwei Zeichen auf, welche wohl den Namen des anderen Bahnhofs wiedergaben. Damit fragten wir uns durch und gelangten halbwegs schnell an den richtigen Bahnhof. Dina wollte lieber einen weiteren Lift haben, wenn wir uns den Stress mit Busbahnhof und Packen schon antuen. So wählten wir lieber Lincang als Jinggu als Reiseziel. Als ein neuer Schalter aufmachte, nützte Christian die Chance und kam gleich als Zweiter dran. Wir hatten ziemliches Glück mit der Dame. Nachdem auf die Räder gedeutet wurde, schloss sie erst einmal den Schalter und bedeutete uns zu folgen. Draussen stand schon ein Bus bereit, der wieder nicht so gross war. Zunächst schaute die Dame etwas zweifelnd und der Busfahrer schaute zu, wie wir die Räder auseinandernahmen. Als klar wurde, dass die Räder reinpassen würden, drückten wir der Dame 200 Yuan in die Hand und wenig später waren die Tickets da. Innerhalb von 10 Minuten war alles erledigt und kurz darauf fuhr der volle Bus ab. Nach dem Verlassen der grossen Strasse wurde die Gegend richtig schön und wir wären hier gerne geradelt, insbesondere hinter Jinggu, wo wir noch einmal den Mekong querten, was jedoch nur mit vielen Höhenmetern vonstatten ging. Unser Busfahrer betätigte während der Fahrt am liebsten die Hupe, auch in den Folgetagen bemerkten wir, dass diese hier das wichtigste Instrument im Verkehr ist. Leider fehlt uns dieses Hilfsmittel, so eine Airsound wäre manchmal nicht schlecht, auch für die Hunde, die hier nervig sein können.
Nachdem die Fahrt bergbedingt länger als erwartet gedauert hatte, kamen wir erst nach 17 Uhr in Lincang an und beschlossen daher eine Unterkunft zu nehmen. Das Hotel direkt am Busbahnhof war recht neu und machte daher einen guten Eindruck, so dass wir dort gerne übernachteten, sogar die Raeder durften aufs Zimmer. Christian machte sich noch auf die Suche nach Internetcafés und anderen Besorgungen. Ersteres nicht so erfolgreich, dafür wurden andere Sachen gefunden (Isoliertape, Supermarkt). Beim zurückgehen bogen gerade zwei Reiseradler auf die Strasse. Aus 100 m Entfernung war noch ein Tubus Tara auszumachen, aber zu Fuss waren sie nicht mehr einzuholen.
Nicht gerade ein Willkommensschild für Ausländer, und die Zeiten... (in Gross anschauen)

Mittwoch, 3. April 2013

Auf guten alten Strassen in China einschlagen

Nur wenige Läden in der Stadt sind geöffnet als wir etwas nach sieben losfahren. Hochbetrieb haben vor allem die kleinen Nudelsuppenküchen bei welchen die Leute auf kleinen Hocker sitzend am Strassenrand ihr Frühstück einnehmen und der Markt. Christian erspäht aber trotzdem eine Bäckerei und so ist unser Zuckerantrieb für heute gesichert. Hinter dem Busbahnhof geht es wieder auf die alte Strasse. Diese windet sich schön angenehm steigend im Wald einem Bach entlang das Tal hoch. Richtiges Dorf hat es nur eines ab und an stehen paar einzelne Häuser unweit der Strasse. Als der Bach zuende ist wird in wenigen Kehren der erste Pass erreicht. Vorallem auf der Bergseite der Abfahrt liegt viel kleines Astwerk und Blätterzeug auf der Strasse, es muss wohl unlängst ziemlich gestürmt haben (in der Nacht auf heute gab es nur kurz Starkregen). Wieder im Talgrund angelangt gibt es ein kleines landwirtschaftliches Dorf, vorherrschend sind die Bananenplantagen und die neue Strasse kommt auch wieder dazu. Unweit geht es aber gleich wieder einem anderen Bach entlang das nächste Tal hoch um einen zweiten Pass zu erklimmen der änlich dem ersten auch um die 1100 m hoch ist. Christian verspielt sich für einmal die Bergpreispunkte da er die Höhe falsch einschätzt und nach einer Wartepause auf sie Dina vorausfahren lässt, aber hat ja auch was schönes früher oben zu sein als gedacht. Nach der Abfahrt gibt es im Tal wieder Bananenplantagen, ein Dorf und für uns somit Mitagessen. Bestellt wird für einmal nicht mittels zeigen der Zutaten in der Küche sondern gemäss Gerichten von anderen Essern, so gibt es unter anderem wieder mal ein uns unbekanntes Gemüse, das aussieht wie Kapern aus welchen etwa 2 cm lange Fleischfäden hangen. Unsere botanischen Kenntnisse sollten wir wohl erweitern. Die Nachmittags zu fahrende Passkombi fällt wesentlich schwerer, ob es nur die Wärme ist, welche trotz weiterhin wunderbaren Schattieralleen beim Hochfahren zu spühren ist oder ob noch die Müdigkeit von der nächtlichen Busfahrt durchdrückt sei dahingestellt. Rasant wird dann die Abfahrt, welche im unteren Teil, wie könnte es anders sein, durch Bananenplantagen führt. Leider ist ab dem Talgrund wo es eine kleine Stadt hat mehr Verkehr. Verwundern tun uns vor allem die Unmengen an LKWs welche Erde von hier transportieren, vor allem da es sich dabei nicht um Kipper sondern grössteils Langleger-LKWs handelt. Nach einer netten Schlucht geht es über einen Hügel nach Menglun wo wir uns für die Nacht ein Hotelzimmer nehmen (Bauweise Sowjetstil). Nach dem Abendessen probiert Christian noch schnell ein Internetcafé aus. An sich sollen Ausländer wohl nicht mehr so leicht ein solches Café nutzen können, man braucht eine gewissen Karte (wohl chinesischer Perso). Im Café wird nun einfach ein Perso eines Dritten durchgezogen um an den Rechner zu dürfen.
Im Hotel betrachteten wir zudem mal genauer unsere Pässe mit den Einreisestempeln und Visa und machen beim chinesischen Visum eine Entdeckung, welche wir noch verifizieren müssen. Bei der Aufenthaltsdauer ist eingetragen, dass wir 90 Tage im Lande bleiben dürfen, allerdings steht dabei "each entry". Das könnte bedeuten, dass wir sogar 2 Mal 90 Tage hätten, mal schauen, so viel Routen haben wir für China zumindest nicht eingeplant.
Wieder gibt es schöne alte Landstrasse

Hier hat es vor kurzem gestürmt

Nette Hügellandschaft

Mit Wald sieht es noch schöner aus




Traditionelles Chinesisches Dorf

Und wieder hat es auf der Rückseite des Hügels Sturmspuhren

Die Pässe sind mit Steinen markiert


Immer wieder gibt es schöne Blicke über den Wald

Bananenplantage, die blauen Säcke sind für die Früchte
Für die Besichtigung des grossen Botanischen Gartens bleibt uns leider keine Zeit, da wir heute in Pu'er sein müssen um Morgen Christians Freund Michi zu treffen. Die ersten rund 70 km dorthin nehmen wir mit dem Rad in angriff. Durch dicken Nebel führt die Strasse im leichten auf und ab wieder auf 800 m um dann in einer längeren Abfahrt wieder runter an den Mekong zu führen. Der schön glatte Asphalt rollt sich zwar gut leider erweisst er sich aber im leicht feuchten Zustand in einer der ersten Kurven für Christians Reifen als zu reibungsarm so dass dieser auf die Strasse schlittert. Glück gehabt, ausser einer kleinen Schürfwunde am Beckenknochen und leichten Schulterschmerzen ist nichts passiert.
Menghan, das bei dem Zusammentreffen der Strasse mit dem Mekong liegt ist grösser als erwartet und somit gibt es für uns den ersten Supermarkt in China. Trotzdem führt er kein Müsli, dafür Einkaufstaschen mit Instantflocken. Fruchtsaft bemängelt Dina ebenfalls, 30 % sind das höchste der Gefühle. Von nun an führt die Strasse schön gesäumt von schattenspendenden Palmen dem Mekong entlang. Dieser ist seit unserem letzten Zusammentreffen wesentlich kleiner geworden, hat aber hier im engeingeschnittenen Tal so durchaus auch seinen Reiz, zumal durch das Niedrigwasser schöne Felsen rausschauen. Kurz vor Jinghong dann der Schock, zuerst sieht man nur dem Teer an, dass viele Baufahrzeuge fahren, dann die riesigen Hangbefestigung und dann die entstehende neue entstehende richtungsgetrennte Strasse die wohl anstelle unserer schönen dem Mekong entlang führen soll. Und was geschieht mit den tollen Palmenalleen?
Ebenfalls eindrücklich nach der Zeit in Laos und Kambodscha ist Jinghong selbst. Riesige Blocks, Unmengen von Läden, breite Strassen schön mit Blumen und Palmen gesäumt sind für uns ein neuer Anblick. Unser Programm heisst Radladen (Christian findet Bremsbeläge, Lenkerband und Schutzblechersatz für Dina) und dann Bussbahnhof.  Dort ist wesentlich mehr los als jeweils in Laos und Kambodscha, nach Pu'er wohin wir wollen fährt etwa jede Viertelstunde ein Bus. Nur sind die, welche wir sehen leider eher Kleinbusse und wir haben Angst unsere Räder nicht mit zu bekommen. Christian schafft es uns zwei Tickets zu besorgen und wir zerlegen die Räder. Schlangen stehen ist hier nicht unbedingt Sitte und so rennen auch wir ziemlich Rücksichslos durch die Menge, als unser Bus dann doch nicht auf dem normalen Perron fährt um unsere Räder sicher noch ins Gepäckarbteil zu bringen, wir haben Glück es ist der erste normal grosse Bus, den wir für unsere Destination sehen. Die Busfahrt ist dann doch nicht 5 h wie der Lonely Planet meint, sondern nur noch etwa 3 h (liegt wohl am neuen schönen High Way). In Pu'er oder Simao lösst sich dann für uns das Rätsel ob dies die gleichen Orte sind - es scheint so (unsere RKH-Karte hatte zwei Orte drinnen, die im Übrigen 200 km von Jinghong weg wären, richtig wäre gut 100 km). Die Strasse an welcher das von Michi gebuchte Hotel liegen soll ist schnell gefunden und auch die genannte Kreuzung. Nur mit dem Hotel tun wir uns schwer, denn wir glauben, dass es direkt an der Kreuzug sein soll, und fahren somit vorerst auch nicht in die Richtung welche auf Fragen uns ein Wächter weisst, zumal er bei Jingfèng das e eher wie o ausspricht und wir somit nicht sicher sind, ob es das richtige ist (wäre aber). Beim weiteren rumfragen kommt Christian dann wieder die richtige Richtung und die Chinesischen Zeichen dazu, wir fahren aber dennoch zuerst vorbei, denn in lateinischer Schrift steht Golden Phoenix drauf (die englische Übersetzung wie wir im Nachhinein begreiffen).
Morgennebel

Sehr schön ist die Strasse über dem Mekong geführt

Der Mekong I

Der Mekong II - lädt zu einer Bootsfahrt ein

Die Blicke über das Flusstal sind sehr schön

Die Baustelle beginnt - das sind längst nicht die einzigen Verbauungen am Hang

Blick auf Xishangbanna - Vor der Stadt ist alles eine riesen Baustelle für Strassen und Häuser

Montag, 1. April 2013

Im Rüttelbus zur Grenze und problemlos darüber

In Luang Prabang hatten wir uns schon nach den Bussen erkundigt und nachdem es auch zwei Nachtbusse gab uns für diese entschieden. So konnten wir den Tag noch in der Stadt geniessen, zu Mittags gab es Fisch und die restlichen Photos wurden hochgeladen. Ganz unterschlagen wurde noch der Friseurbesuch von Christian, der mit dem mit der Rasierklinge der Bart aboperiert wurde. Als wir dann am Busbahnhof angelangten war natürlich keiner der englisch sprechenden Angestellten vom Vortag da. So wurde vom diensthabenden Verkäufer schnell per Telephon jemand dazugeschaltet. Die beiden Busse fuhren noch, nur als wir das Ticket für den späteren VIP-Bus kaufen wollten, hiess es plötzlich, dass keine Räder mit könnten. So mussten wir in den sauren Apfel beissen und den früheren Bus nehmen, der ein Lokalbus war. Dadurch mussten wir früher losfahren und würden mitten in der Nacht statt in der Früh ankommen. Zudem ist der VIP-Bus wohl bequemer. Als wir nun den Ticketpreis bezahlen sollten, wurden die Räder auf einmal doppelt so teuer wie gestern angegeben. Der Busfahrer wollte 100000 Kip pro Rad. Daraufhin wurde wieder die Englisch-Hotline eingeschaltet, die plötzlich mit 70000 Kip entgegenkam. Wir blieben standhaft und zahlten am Schluss doch nur 50000 Kip pro Rad. Wir wetteten schon darauf, dass wir die einzigen Touristen im Bus sein würden, bis noch ein Australier im Tuk-Tuk auftauchte. Der hatte zwar den VIP-Bus gebucht und bezahlt aber war nun doch im Lokalbus gelandet. Er genoss die Fahrt danach sichtlich. Es war auch jede Menge Rahmenprogramm geboten. Der Bus fuhr deutlich vor seiner Abfahrtszeit los, so dass vor dem Bahnhof noch einige Leute dazusprangen. Obwohl der Bus von Aussen einen guten Eindruck machte, war er doch von der älteren Sorte und die Federung wohl nicht mehr sehr funktionstüchtig. Das war verständlich, so uneben wie die Strasse war. Dies betraf nicht nur die kurzen ungeteerten Abschnitte sonderen ebenfalls den Teer. Von Vorne hörten wir teils ein Stöhnen der Passagiere, wenn einmal wieder ein besonders harter Schlag erfolgte. Dina fand das Rumgespucke der Fahrgäste ekelhaft und abstossend. Eigentlich war es uns schon bekannt, dass in Laos und wohl noch mehr in China, die Leute nach Lust und Laune herumspucken. Dem voraus geht immer ein langgezogener Schleimsammellaut. Schon als zu Beginn Plastiktüten verteilt wurden, vermuteten wir, dass sie für das Spucken bestimmt waren. Auf der Fahrt spukten jedoch die meisten Passagiere lieber aus dem Fenster, sofern sie trafen. Da das nicht ausreichte wurde die Spukorgie teils noch bei WC-Pausen fortgesetzt. Dazu kauerte man sich hin und liess dem Speichel freien Lauf, manche schafften so eine kleine Lache zu hinterlassen.
Die Fahrt war recht ausgebucht, so dass das sonst übliche Ein-und Ausladen von Waren deutlich reduziert war. Leider hielt der Bus unterwegs noch für eine Dame, welche noch 4 Kisten mit sich brachte, eine davon wohl mit faulem Fisch. Zumindest machte sich daraufhin ein bestialischer Gestank im Bus breit, der die üblichen Gerüche noch einmal übertraf, das Buspersonal hielt erfolglos mit ein paar Deosprays dagegen. Die Sitze waren recht hart und unverstellbar, so dass man nur von Schlaf träumen konnte. Der Bus kam eine Stunde früher an, als angegeben, d.h. für die 280 Kilometer brauchte er doch nur 9 Stunden, aufgrund der Fahrbahn und der vielen Kurven und Steigungen war das schon recht flott.
Altes Haus in Luang Prabang

Vor unserer Herberge - bald geht es los

Dina du brauchst nicht kritisch zu schauen, das Essen ist sehr gut

Der Mekong

Unsere Räder werden festgeschnallt

Wir hatten das Glück, dass er direkt vor einem Guesthouse anhielt, an dem sogar noch ein australischer Jeep untergestellt war, nur leider war niemand mehr im Haus ansprechbar, so dass wir nach vergeblicher Umgebungssuche den Rest der Nacht bis 5:30 noch vor der Herberge verbrachten um uns dann in der Dämmerung noch ein Plätzchen zum Dösen zu suchen. Insgesamt war das dadurch natürlich ein gebrauchter Tag, viel Schlaf hatten wir nicht sammeln können. Die 20 Kilometer zur Grenze gingen dennoch gut zu rollen, da es ein kleines Tal entlang ging und nur wenige Steigungen hatte. Hier hatten die grossflächigen Brandrodungen wohl aufgehört, die Luft war deutlich klarer. Gespannt auf die Einreise nach China machten wir keinen grossen Stop mehr davor, kurz noch ein paar Kip für Getränke ausgegeben und den Rest in Yuan getauscht. Die Laoten wollten noch nicht einmal eine Stempelgebühr, obwohl die Einheimischen jeweils 20000 Kip Schmiergeld hinlegten. Das grosse Abfertigungsgebäude ist zwar woh schon länger fertiggestellt aber genutzt werden noch kleine Baracken. Das fällte den Chinesen natürlich nicht ein, ihr Terminal gleicht einer Behörde, aber die Einreise verlief so problemlos und schnell wie sonst an keiner anderen Grenze auf dieser Tour. Den Einfluss Chinas merkt man schon vor dem Übertritt, auf laotischer Seite sind einige Betontempel hochgezogen worden, aber das wird in der chinesischen Grenzstadt deutlich überboten. Hier muss wohl gezeigt werden, wer der Meister ist und so ändert sich das Strassenbild deutlich. Mohan die Grenzstadt hat viele repräsentative Bauten und auch die Strasse wird doppelspurig. Nur einen Geldautomaten finden wir nicht in Mohan, was aber nicht heisst, dass es ihn nicht gibt, am nächsten Tag sehen wir selbst in Kleinststädten welche. Der Verkehr ist sehr mässig, dennoch nutzen wir die Gelegenheit auf die alte Strasse auszuweichen und folgen ihr die nächsten Tage bis Jinhong. Die neue Strasse ist sehr höhenmeter-und kurvenmeidend angelegt, dafür ist die alte Strasse noch ruhiger, d.h. quasi keine Verkehr und zudem oft schattiert, da sie wo möglich als Allee ausgeführt ist. Dafür muss man ein paar Hügel und Kurven in Kauf nehmen, sieht aber die wenigen Orte am Wegesrand. Gegenüber Laos hat sich die Sache mit der Brandrodung deutlich geändert, nur noch vereinzelt sieht man Feuer von Grünabfällen, so ist die Luft hier eindeutig besser. Dafür laufen nun fast keine Haustiere und Schulkinder mehr auf der Strasse herum, nur Hühner sieht man noch häufig. Und auch die Hunde sind hier anders. In Laos waren eigentlich alle Hunde harmlos und haben einen in Ruhe gelassen, hier in China wurden sie deutlich lauter und verfolgten einen schon einmal. Im Gegensatz zu Laos sollen sie hier echt aufpassen, weshalb auch einige schärfere Hunde angekettet am Strassenrand liegen.
Im ersten Ort nach Mohan finden wir ein einfaches Lokal, wo wir Mittag essen können. Zum Glück keinen Hot Pot, wie in Peking, wo wir uns etwas blamiert hatten und nicht satt wurden, sondern Reis und zwei Beilagen dazu. Das wird wohl unser Standardessen werden. Insbesondere das Tomatenomlette ist gut und erinnert stark an Bulgarien. Am anderen Tisch sass noch eine Männerrunde, einer von ihnen konnte sogar Englisch und wir unterhielten uns noch, nach dem obligaten Reisschnaps lud er uns ein im Dorf zu bleiben, da am Abend ein Fest wäre. Da wir noch eine Verabredung hatten mussten wir leider weiter. Wir waren insgesamt positiv überrascht von den Leuten, die hier doch offen und freundlich erschienen, von anderen Reisenden hört man das Gegenteil. Nur das mit dem Englisch war wohl ein Ausrutscher, im Anschluss haben wir nun fast niemanden mehr getroffen der so relativ gut Englisch sprach.
Der Nachmittag war dann etwas zäh, wegen Schlafmangel. So waren wir froh, als wir endlich in Mengla, der ersten grösseren Stadt, ankamen. Auch dieser Ort ist eindrucksvoll im Vergleich zu Laos und viel im Bau. Wider Erwarten wurden wir doch recht schnell einer Bleibe für die Nacht fündig und im Anschluss sogar noch eines Bankautomaten. Die waren hier so häufig, dass es wohl schwierig war sie nicht zu sehen. Ein weiteres Gericht Reis mit Beilagen rundete den Tag ab. Zur Auswahl wurden wir immer in die Küche geführt und durften auf das Gewünschte zeigen, es sind allerdings meist nur die Rohzutaten zu sehen.
Christian schläft so gut, dass er nicht mal die vorbeigehenden Bauern bemerkt
Nur noch 1 Kilometer

Hallo China - Dina staunt ob der schönen Strassenrandbepflanzung


Noch gibt es gut lesbare Schilder

Hier hats auch für Wasserbüffel noch Platz

Weisse Elefanten

Die Bäume an der alte Landstrasse sind schön weiss gestrichen


Sicht auf die Autobahn. Fehlt nur noch der Verkehr.

Las Vegas? - Mengla by Night